„Die Lüge“ – ein raffiniert pikantes Spiel voller Esprit

Eine kleine Lüge hat noch niemandem geschadet … oder etwa doch? Was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem turbulenten Spiel aus Ausreden, Missverständnissen und immer neuen Überraschungen. Denn wer einmal lügt, muss sich schon verdammt gut merken, was er eigentlich erzählt hat! „Die Lüge“ ist die erste Inszenierung des Schwelmer LEO Theaters im Ibach-Haus in der laufenden Spielzeit. Der Vorhang zur Premiere hebt sich am Samstag, 10. Oktober. 19.30 Uhr. Es gibt noch Tickets.

„Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Theaterabend mit viel Humor, überraschenden Wendungen und der Erkenntnis: Die Wahrheit wird manchmal wirklich überbewertet“, blickt Patricia Schimpp-Fanroth (Co-Regie und Alice) auf die Premiere. Ist Lügen moralisch verwerflich? „Eine Lüge kann ein Freundschaftsbeweis, ja sogar ein Liebesbeweis sein“, behauptet Paul (Furkan Arslan) in der Komödie von Florian Zeller.

Alice und Paul, seit zwanzig Jahren verheiratet, haben ihre besten Freunde, Laurence und Michel, ein Ehepaar gleichen Alters, zum Abendessen eingeladen. Aber kurz bevor die beiden eintreffen, hat Alice plötzlich keine Lust mehr und versucht Paul zu überreden, das Essen abzusagen. Der Grund: Am Nachmittag hat sie beim Shopping Michel gesehen, wie er beim Verlassen eines Geschäfts eine fremde Frau geküsst hat! Das Problem: Sie weiß nicht, wie sie sich verhalten soll – ihrer Freundin alles sagen, oder den ganzen Abend so tun, als wäre nichts geschehen?

Aber in dem Moment, in dem Paul absagen will, klingelt es, die beiden stehen vor der Tür … Was nun? Aus dieser Konstellation entwickelt Zeller ein raffiniert pikantes Spiel voller Esprit und französischer Ironie. Mit verzweifelten Versuchen nach Alibis, melancholischen, zartbitteren Kommentare, mit perlenden, brillanten Dialogen – ein verzwicktes Puzzle, in dem es nicht nur darum geht herauszufinden, wer mit wem wann und wo, sondern auch um die existenziellste aller Fragen: Wie viel Wahrheit steckt in der Lüge und wie viel Lüge in der Wahrheit? Ist es wahr, dass die Lüge ein Beweis von Dezenz ist, von Freundschaft, ja sogar von Liebe?

Florian Zeller ist mit „Die Lüge“ eine elegante, eloquente, blitzgescheite, bitterböse und dennoch schwungvolle Komödie gelungen. Die Übersetzung stammt von Annette und Paul Bäcker.

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