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Auf den Tag genau vor einem Jahr hat sich zum letzten Mal der Vorhang im LEO Theater gehoben. Heinz Erhardt gab sich die Ehre. Der Schelm von Schwelm erlebte an diesem Tag zum letzten Mal „normale Bedingungen“. Es folgten kleinere Aufführungen mit einem strengen Hygienekonzept zum Jahresende. „Der Lockdown traf uns dann mit all seinen Auswirkungen“, so Theaterchef Andreas Winkelsträter. Und doch ist er zusammen mit dem Künstlerischen Leiter Marc Neumeister an diesem Jahrestag optimistisch.

Keine Frage, die Pandemie hat neben der Sorge um die Gesundheit jedes Einzelnen eine große Verunsicherung ausgelöst. Wirtschaftliche Einschränkungen trafen hart. Die Ensemblemitglieder waren ohne Einkommen. Persönliche Rücklagen und Subventionen sorgten für Überbrückung. Monate ohne Bühne, ohne Zuschauer, kein Applaus, keine Einnahmen – das menschliche Miteinander für die LEO-Familienmitglieder fand nicht statt.

Dass die Theaterleitung dennoch zuversichtlich in die Zukunft schaut, ist kein Zweckoptimismus. „Es gibt gute Gründe für die Zuversicht“, betont Andreas Winkelsträter. Staatliche Hilfen kamen an, wenn auch teilweise verspätet. Ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau sorgte für einen weiteren Silberstreif am Horizont. Einen ganz besonderen Grund für die Zuversicht lieferte der Vermieter des LEO Theaters, Dr. Vits. „Ohne sein großzügiges Entgegenkommen gäbe es das LEO Theater zum jetzigen Zeitpunkte nicht mehr“, freut sich Andreas Winkelsträter. Doch auch aus dem weiten Kreis der Besucherinnen und Besucher kamen nicht nur trostspendende Worte. Viele Spenden, oder der Verzicht auf bereits georderte Kartenkontingente – ohne Rückzahlung – erleichterten die wirtschaftliche Situation. Aktionen des Freundeskreises sorgten nicht nur für seelischen Beistand bei den beiden Theatermachern. Gleichzeitig gab es von dort Signale an die Öffentlichkeit: Wir machen weiter!

In der allgemeinen Diskussion um Lockerung der Maßnahmen, um die Impfstrategien und die Stufenpläne mit den Hygienekonzepten, treten Andreas Winkelsträter und Marc Neumeister sozusagen mit beiden Füßen auf die Euphoriebremse. Die Vorgaben sind sehr unsicher. Vor einer „dritten Welle“ wird gewarnt. Deshalb hält sich die Führung des LEO mit vollmundigen Versprechungen für den Neubeginn zurück. Unisono heißt es vom Führungsduo: „Mit Versprechungen und einer unbegründeten Erwartungshaltung sorgen wir nur zusätzlich für Verunsicherung unserer Gäste“, erklärt Marc Neumeister.

Hinter den Kulissen wird in der Zwischenzeit gewerkelt und erneuert, wo es finanziell möglich ist. So sind Requisiten und Fundus bald neu geordnet. Eine große Aufräumaktion ist ebenfalls geplant mit der großen LEO-Familie. Nur proben dürfen die Ensemblemitglieder nicht. Denn das ist nach der Entscheidung der Bundesregierung lediglich den Bühnen mit reinen Profidarstellern erlaubt. Hier hofft man bald eine Lösung gefunden zu haben.

Der Blick richtet sich also optimistisch in die Zukunft. Mit einem beispielhaften Hygienekonzept und einem hochmotivierten LEO-Team wird sich der Vorhang im LEO Theater im Ibach-Haus wieder heben – da sind sich alle Verantwortlichen einig – vermutlich aber erst im September zur neuen Spielzeit. Dabei hoffen alle im LEO natürlich darauf, dass ihre Gäste gesund bleiben und ihnen bald wieder wieder Applaus und Anerkennung zollen. Im Gegenzug bieten sie Unterhaltung, Kurzweil und sind das, was die Menschen in der Pandemie so sehr vermissen: Das LEO ist dann wieder ein Ort für und mit den Menschen! Vorhang auf!

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  • Michael , Schwelm sagt:

    Guten Tag

    ( gut ist alles nicht). Aber ich wünsche
    Andreas Winkelsträter , Marc Neumeister und dem gesamten Team auf Bühne und Back Office, daß sich der Vorhang bald wieder hebt.
    Ja, vor einem Jahr war „Schelm von Schwelm“.
    Applaus und Anerkennung brauchen die Schauspieler.
    Anderorts vermissen das viele.
    Ihr schafft das.
    Beste Grüße
    Michael

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