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Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, heißt es bei Schiller. – Und besonders die Bewohner des Mietshauses, die das zweifelhafte Vergnügen haben, in direkter Nähe zu Klatschmaul Meta Boldt zu wohnen, können den Wahrheitsgehalt dieses Satzes bestätigen. Mit „Tratsch im Treppenhaus“ bringt das LEO Theater im Ibach-Haus einen Klassiker der 60er Jahre auf die Bühne, der mit Heidi Kabel als Meta Boldt einem Millionenpublikum nicht nur ihm Ohnsorg Theater, sondern auch im Fernsehen präsentiert wurde. Der Premierentermin: Samstag, 18. Mai, 20 Uhr.

„Die Leichtigkeit der Figuren macht einfach Spaß beim Zusehen“, erklärt Marc Neumeister, der diesmal „nur“ Regie führt. „Man muss unweigerlich lachen, wenn die Klatschtante Marika loslegt.“ Und mit Marika ist Marika Kotulla gemeint, die in die Rolle von Meta Boldt schlüpft. Sie begeisterte das Leo-Publikum schon in verschiedenen Rollen, zuletzt als „Else Tetzlaff“ in „Ein Herz und eine Seele“.

Meta Boldt „wacht“ gewissermaßen über das Treppenhaus; sie meint es besonders gut mit ihren Mitbewohnern und lässt sich deshalb nichts entgehen. So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Frau Knoop, die Nachbarin in der zweiten Etage, ein Zimmer untervermietet hat, was laut Mietvertrag strengstens verboten ist. Da muss man doch schleunigst den Hauswirt benachrichtigen und den anderen Nachbarn, den Steuerinspektor a. D. Brummer, den die laute Musik, die aus dem Zimmer der Untermieterin tönt, doch wirklich in dem wohlverdienten Ruhestand stören muss.

Meta Boldt erreicht zwar zunächst, dass Hauswirt und Nachbar sich empören und Frau Knoop in ihre Schranken weisen wollen, doch die junge Untermieterin verdreht den älteren Herren gewaltig den Kopf und nimmt Ihnen so allen Wind aus den Segeln. Ihr allerdings verdreht der junge Mann den Kopf, der- auch gegen das strenge Verbot im leeren Zimmer bei dem Herrn Steuerinspektor a.D. Brummer eingezogen ist. So werden alle Karten neu gemischt: Die Untermieterin bekommt den Untermieter, Frau Knoop bekommt den Herrn Brummer und Frau Boldt, die das alles empörend findet, bekommt gehörig ihr Fett weg.

„Natürlich erwartet die Gäste auch der Leo-typische Humor“, verrät Marc Neumeister. Es seien tolle und liebenswerte Charaktere in dem Stück. So freue er sich neben dem Redeschwall von Meta Boldt auf die Liebeleien zwischen Heike Seefeld (Carola Schmidt) und Dieter Brummer (Dylan Lippert-Bruckmann), die Streitigkeiten zwischen Hanne Knoop (Petra Reimann) und Ewald Brummer (Frank Paßmann), die Auftritt von Herrn Seefeld (Hugo Boecker) und dem scheiternden Vermieter Bernhard Tramsen (Tim Müller). „Die Regie hat mir sehr viel Spaß gemacht, vor allem zu sehen, wie sich die einzelnen Schauspieler weiterentwickelt haben“, so Marc Neumeister, der einige Rollen doppelt besetzt hat, um flexibler bei der Gestaltung des Terminkalenders zu sein. Ein Wiedersehen gibt es für die Besucher mit Petra Reimann, die nach einer Pause wieder aus der Leo-Bühne steht. Sie war u.a. in „Ach Egon“ oder „Der nackte Wahnsinn“ zu sehen. „Es ist ein großartiges Ensemble“, betont Neumeister, „das mit viel Spielleidenschaft ans Werk geht.“

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