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Vier Musiker, die aus ganz verschiedenen Richtungen zusammengefunden haben, bilden gemeinsam das Kioomars Musayyebi Quartett. Christian Hammer, Erfan Pejhanfar, Nils Imhorst und Kioomars Musayyebi spielen Impressionen von orientalischen Melodien und Rhythmen vermischt mit europäischen Arrangements, Weltmusik mit Einflüssen aus dem Jazz. Zu hören sind sie im Rahmen der Weltmusikreihe „LEO open world“ am 17. Januar 2018, 20 Uhr, im LEO Theater im Ibach-Haus.

Der Schwerpunkt der Musik liegt auf den Kompositionen des iranischen Santurspielers Kioomars Musayyebi und den Arrangements des deutschen Gitarristen Christian Hammer. Die Kombination der Melodien und Instrumente fügt sich zu einem neuen Ganzen zusammen und es entsteht ein einzigartiger Sound. In dem Zusammenspiel und der Stimmung zwischen den Musikern liegt das, was das Kioomars Musayyebi Quartett ausmacht. So entsteht der Klang, der diese Band auszeichnet. Seit seiner Gründung im Februar 2015 spielte das Quartett bei verschiedenen Festivals in ganz Deutschland, unter anderem bei den Hildesheimer Wallungen und Essen.Original.

Kioomars Musayyebi wurde im Jahr 1977 in Teheran geboren. Beim bedeutenden Santurmeister Faramarz Payevar lernte er das Santurspielen. Vom Filmkomponisten Farhad Fakhredini wurde er in Musiktheorie und Komposition unterrichtet. 2010 erlangte er den Bachelorgrad im Fach Instrumental Musik an der Teheran University of Art. Viele Jahre lang war er als Santurspieler und Komponist in mehreren iranischen Musikgruppen tätig, mit diversen Konzertauftritten im Iran und im Ausland, unter anderem beim Fadjr Festival in Teheran in den Jahren 1992, 1994 und 1995. Von 2001 bis 2008 begleitete er zudem zwei Theatergruppen live in der Vahdat-Halle in Teheran. Er produzierte die Musik für zwei Filme, einen Werbefilm sowie für eine Reihe multimedialer Kindergeschichten auf DVD. Gleichzeitig arbeitete er sowohl in seinem eigenen Tonstudio als auch in drei anderen Studios als Tontechniker und Produzent. Mit 18 Jahren hatte er bereits angefangen, Santur an diversen Musikschulen in Teheran zu unterrichten. Im Jahr 2007 wurden sechs CDs von ihm für den Santurunterricht produziert. Im Jahr 2008 gründete er eine eigene Musikschule in Teheran, die „Avay-e-Shahrzad“.

Seit 2011 unterrichtet, komponiert und spielt er in Deutschland – mit Musikern aus Europa, Indien, Afrika und Ostasien sowie mit verschiedenen internationalen Gruppen. In den vergangenen Jahren wurde er zu mehreren Festivals eingeladen unter anderem: Fusion, Folk’n’Fusion, Hildesheimer Wallungen, Musica Sacra International, Essen.Original und Dastgah. Seit 2013 ist er festes Ensemblemitglied beim Transorient Orchestra, der aktuell 12-köpfigen Weltmusik-Bigband aus dem Ruhrgebiet. 2015 gründete er seine eigene Band, das Kioomars Musayyebi Quartett. Von 2013 bis 2015 absolvierte er an der Universität Hildesheim sein Masterstudium im Fach „Musik.Welt – kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“.Zeitgleich arbeitete er als freier Dozent für Santur am Center for  World Music (CWM) – Stiftung Universität Hildesheim.

Christian Hammer (geb. 3.6.1967 in Gelsenkirchen) begann im Alter von 10 Jahren die ersten Versuche auf der Gitarre. Nach diversen Rock- und Bluesbands im jugendlichen Alter, entstand immer mehr das Interesse an Jazz und improvisierter Musik. Nach ersten Gehversuchen in Amateur- und Musikschul- Bigbands folgten eigene Combos, die sich stilistisch im Bereich von Swing, Bop, Funk und Jazzrock bewegten. Von 1992-1997 studierte er an der Amsterdamer Hochschule der Künste Jazzgitarre bei Wim Overgaauw, Jesse van Ruller und Maarten van der Grinten. Später ließ er sich auf Meisterkursen und Workshops u.a. von Russell Malone, Attila Zoller und Kenny Barron auf die Finger schauen. Er spielt solo und in diversen Jazzbesetzungen und Projekten im Grenzbereich zwischen Musik, Theater, Tanz und bildender Kunst. Projekte neben dem Kioomars Musayyebi Quartett: Kaleidoskop (Modern Jazz mit Einfüssen aus Südosteuropa und Nahen Osten) Know what I mean? (groovender Hammond Jazz),

The Dorf (avandgardistische Großbesetzung unter der Leitung von Jan Klare)), Lichterklanglabor (freie Impovisationen zu Lichtinstallationen von Karl Rosenwald), etc. In der Gelsenkirchener Galerie „werkstatt“ betreibt er eine Konzertreihe unter dem Titel „Hammer+3“ mit wechselnden Gästen (mit Christian Thome, Alex Morsey, Martin Scholz, Bernd Oeszevim, Matthias Bergmann u.a.). 2010 war er auch Kurator der Konzertreihe „jump monk“ im Dortmunder Domicil (u.a. mit Gästen wie Eckard Koltermann, Achim Krämer, Ingo Sonst). Neben der Konzerttätigkeit arbeitet er als E-Gitarrenlehrer an der städtischen Musikschule in Borken und ist als Dozent bei Workshops in verschiedenen Zusammenhängen tätig. (Glenn Buschmann Jazzakademie Dortmund, Jazzworkshop an der Musikschule Gelsenkirchen, „Unijazzity“ Kinderbigband Münsterland, „Wildes Holz“ Workshops).

 

Erfan Pejhanfar wurde im Jahr 1992 in Teheran geboren. Mit 5 Jahren bekam er Tombak-Unterricht bei seiner Mutter und später bis 2011 Privatunterricht bei Herr M.A Qodsi. Seit er 6 Jahre alt war, spielte er zahlreiche Konzerte in einem Duo mit seinem Bruder auf Tombak und Santur, womit sie auch mehrere Preise gewonnen haben. Er ist neben dem Studium auch als Konzertmusiker und Tombak-Lehrer tätig und spielt im Kioomars Musayyebis Quartett. Er nimmt seit 2014 an Maestro Hamid Motebasems Setar-Klasse teil und begleitet seine Klassenkonzerte als Tombak-Spieler.

Nils Imhorst (geb. 1970) studierte an der Folkwang-Hochschule Essen Kontrabass. Als vielbeschäftigter Bassist ist er in unzähligen Projekten anzutreffen. Beispielsweise tourte Nils Imhorst mit dem Tango und Klezmer Quartett KLEZCETERA in vielen Länder Europas. In dem Trio OLINKA ORPHEA & BAND widmete er sich der Gratwanderung zwischen kauzigem Pop und skurrilem Humor. 2009 startete Imhorst sein Projekt TANGOLECTRÓN. An der Schnittstelle zwischen Electronica und Tango entstand unter seiner Regie ein Album, das überwiegend aus Eigenkompositionen besteht. Darüber hinaus hat er bei über 50 Hörspiel- und Filmmusikproduktionen mitgewirkt. Als Dozent arbeitet Nils Imhorst an der Musikschule der Stadt Mönchengladbach und an der Kunst und Musikschule der Stadt Brühl.

 

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